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Drei Tage ohne Zucker! Ein Detox-Selbstversuch

72 Stunden ohne Zucker - eine Auszeit mit Folgen?

Zucker versteckt sich überall: in Soßen, unserer geliebten Mandelmilch, in Bananen und sogar Joghurt. Unsere Redakteurin Anni hat sich vorgenommen, drei Tage lang vollständig auf Zucker zu verzichten: Alles andere als leicht in einer Welt, in der nahezu alles gesüßt ist. Ob ihr das Experiment wohl geglückt ist?

Wie viel Zucker steckt wirklich in unserem Essen?

Der französische Instagram-Account @dealersucre ("Zucker-Dealer") wurde im September 2015 mit der Mission gegründet, uns zu zeigen, wie viel Zucker in unserem täglichen Essen steckt. Ein Dose Softdrink schlägt beispielsweise mit 35 Gramm Zucker zu Buche – kein Wunder, dass Ärzte und Ernährungswissenschaftler dazu raten, möglichst auf Limos & Co. zu verzichten.

Zuckerauszeiten tun dem Körper gut

Die WHO empfiehlt, nicht mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag aufzunehmen. Umso erschreckender ist es, dass Erwachsene die empfohlene Dosis teilweise um das Vierfache überschreiten. Schuld daran sind vor allem Fertigessen und vorproduzierte Lebensmittel. Die Folgen: Unser Körper kann regelrecht süchtig nach Süßem werden, was dazu führt, dass automatisch mehr gegessen wird. Außerdem kann ein hoher Zuckerkonsum die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit einschränken.

Hier kommt mein Zucker-Detox zum Einsatz: Eine bewusste Auszeit kann dem Körper helfen, Toxine auszuschleusen und die Geschmacksnerven darauf zu trainieren, vollwertige Lebensmittel wieder mehr zu genießen. Auch meine Haut soll von der zuckerfreien Zeit profitieren und mir mit einem gesunden Glow und weniger Unreinheiten danken.

Die Regeln:

Drei Tage lang werden alle Produkte aus dem Speiseplan gestrichen, die in irgendeiner Art Zucker enthalten. Dazu gehören auch Honig, Ahornsirup, Marmeladen und sogar Früchte. So kann dem Körper effektiv abgewöhnt werden, Lust auf Süßes zu haben.

Meine Erfahrung:

Vor der Mini-Detox-Kur habe ich mich erkundigt, worauf ich beim Einkaufen achten muss. Erlaubte Lebensmittel sind unter anderen Linsen, Geflügel, dunkler Reis, Avocados, Bohnen, Quinoa, Nüsse und Eier.

Damit ich im hektischen Office-Alltag Zeit spare, habe ich schon im Vorfeld einige der Produkte zubereitet, um auf die Schnelle ein zuckerfreies Lunch oder Dinner zaubern zu können. Trotz meiner detaillierten Planung hat mich der erste Morgen vor ungeahnte Herausforderungen gestellt: Müsli, Cornflakes & Co. waren Tabu und meine heißgeliebte Café Latte musste einem schlichten, schwarzen Kaffee weichen – natürlich ohne Milch und Zucker!

Der erste Tag verlief trotzdem gut. Ich fühlte mich fit und habe den Zucker nicht vermisst, doch am zweiten Tag wurde es heikel. Ich stellte fest, wie mein Körper nahezu um Zucker bettelte, doch die härteste Prüfung sollte mir noch bevorstehen: Eine Geburtstagsparty am Abend, auf der es Softdrinks, Süßigkeiten, Kuchen & Co. in Hülle und Fülle gab. Ich blieb standhaft und klammerte mich an Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone (na gut, vielleicht sind auch ein bis zwei Kekse in meinen Mund gewandert, aber einmal ist schließlichkeinmal oder...?).

An Tag drei hatte ich mich schon fast an den Zuckerentzug gewöhnt, nur fiel mir auf, dass ich automatisch literweise Kräutertee trank, um die Lust auf Süßes zu kompensieren. Als ich am letzten Tag ins Bett ging, war ich stolz auf mich, aber auch froh darüber, dass das Ende der Detox-Kur kurz bevor stand.

Nach dem Detox:

Nach meiner Zucker-Auszeit hielt ich es für keine gute Idee, direkt zum Schokoriegel zu greifen, sondern besorgte mir "Sugar-free Cooking" von Sue Quinn. Das Kochbuch bietet viele leckere Rezepte, die ausschließlich mit Früchten gesüßt werden. Und obwohl die drei Tage hart waren, hab ich in der kurzen Zeit viel über versteckte Zucker und eine bewusste Ernährung gelernt, die mich auch weiterhin begleiten wird. Am besten ist es eben, alle Mahlzeiten frisch zuzubereiten und so wenig Fertigprodukte wie möglich zu essen.

Meine Zusammenfassung:

Bevor du auf eigene Faust eine Detox-Kur startest, solltest du mit deinem Arzt reden. Kurze Zucker-Auszeiten ab und an sind eine gute Idee sind, aber besser ist es, sich generell gesund und ausgewogen zu ernähren. So fallen kleine Sünden weniger ins Gewicht – und die brauchen wir, um rundum glücklich zu sein!

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